Der genaue Ablauf einer homöopathischen Verreibung anhand des Beispiels der Ursubstanz von Rhus toxicodendron. Die Verreibung führte die Heilpraktikerin Katia Trost zusammen mit einer Begleiterin durch.
Die Ursubstanz wird in unserem Falle 4 Stunden verrieben. Jede Stunde wird in 6 Abschnitte von 10 Minuten unterteilt. Man beginnt lediglich mit einem Drittel der 10 g des Milchzuckers und ca. einem Gramm des Blattes der Rhus toxicodendron Pflanze. Die restlichen zwei Drittel des Milchzuckers werden jeweils nach der zweiten, bzw. vierten Phase von 10 Minuten beigefügt, also nach 20 und 40 Minuten (Abbildung 3).
Nach der ersten Stunde wird der Inhalt des Mörsers entsorgt. Der in den Poren des Mörsers verbleibende Rest an Milchzucker und Ursubstanz ist die Ausgangssubstanz für die nächste Stunden. Es wird also lediglich neuer Milchzucker zugefügt, jedoch nicht neue Ursubstanz (Abbildung 4).
Der restliche Ablauf entspricht dem der ersten Stunde. Die vier Stunden müssen nicht hintereinander verrieben werden. Meist verreibt man an einem Tag 2 Stunden, schläft eine Nacht darüber und verreibt am nächsten Tag weitere 2 Stunden.
Ein Stunde wird in 6 zehn-minütige Abschnitte unterteilt. Diese werden jeweils noch einmal in einen Abschnitt von 6 und einen von 4 Minuten unterteilt.
In den ersten 6 Minuten wird die Substanz mit dem Pistill zerrieben, in den restlichen 4 Minuten wird der an den Wänden des Mörsers haftende Milchzucker mit einem Schaber wieder abgekratzt.
| 1. Stunde | + 3g Milchzucker + 1g Rhus toxicodendron |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | Inhalt der Schale wird entsorgt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2. Stunde | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | Inhalt der Schale wird entsorgt |
| 3. Stunde | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | Inhalt der Schale wird entsorgt |
| 4. Stunde | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | + 3g Milchzucker |
10 Minuten Phase | 10 Minuten Phase | Inhalt der Schale wird Basis zur Arzneimittelherstellung |
mehr zum Thema: Homöopathische Verreibung allgemein.
Wir haben die oben beschriebene Verreibung zu zweit durchgeführt. Für uns beide war die Einnahme von Rhus toxicodendron in homöopathischer Form in der Behandlung ein Thema.
Ich habe gerade in der ersten Stunde am ganzen Körper ein Prickeln auf der Haut wahrgenommen, an einigen Stellen ein leichtes Jucken. Dies kann aber noch mit der chemischen Wirkung der Blätter von Rhus toxicodendron erklärt werden.
Meine Begleiterin hingegen hat etwas anderes erlebt. Die Woche vor der Verreibung hatte sie oftmals das Gefühl "Flöhe und Läuse" zu haben. Ihr juckte die Kopfhaut stark. Das Jucken wurde durch warmes Baden gelindert. Nach der Verreibung hörte bei meiner Begleiterin sämtliches Jucken auf.
Wir beide haben jedoch Gelenkschmerzen bekommen. Am Tag vor den letzten 2 Stunden Verreibung hatte ich beim Sport schwache, steife und schmerzhafte Gelenke. Auch meine Muskeln waren schwach und leicht erschöpft. Ähnlich erging es meiner Begleiterin. Sie verlor über Nacht jedoch auch 4 KG an Gewicht, das meiste davon Wasser, da sie nachts häufiger Wasser lassen musste. Während der Verreibung hatte ich fast die ganze Zeit sehr gute Laune. Meine Begleiterin war sehr schläfrig.
Die beschriebenen Symptome gelten als typisch für das Arzneimittelbild von Rhus toxicodendron.
Ein paar Tage nach der Verreibung kann ich für mich sagen, dass ich die Dinge gelassener angehe. Rhus toxicodendron ist auf psychischer Ebene dafür bekannt innerlich angespannt zu sein. Meine Muskeln und Gelenke sind insgesamt auch stärker. Vor der Verreibung hatte ich Probleme mit Wassereinlagerungen, besonders im Bereich der Knie und Oberschenkel. Diese sind nun verschwunden.
Katia Trost, Heilpraktikerin, Hamburg